Medienprojekt
Filmtitel “Wenn die Welt langsam verschwindet…”

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Flyer des Medienprojektes Integration (als PDF – 9,11MB)

Kurzbeschreibung:

Filmtitel: “Wenn die Welt langsam verschwindet…”

Filminhalt:

In einem ca. sechsunddreißigminütigen Film lernt man an Demenz erkrankte Menschen kennen, die zu Hause und in Pflegeeinrichtungen in Kassel betreut werden. Die Filmaufnahmen geben einen kleinen intimen Einblick in die Situation alter Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte.

Der Film will einen Beitrag zur interkulturellen Öffnung von Pflegeeinrichtungen leisten und auf die Bedeutung einer würdevollen und respektvollen Pflege von Menschen entsprechend ihrer Werte, kulturellen und religiösen Bedürfnisse und Prägungen aufmerksam machen. Er gibt einen kleinen Einblick, wie die Zukunft aussieht, wenn die Vergesslichkeit täglich vorhanden ist und zu einer ernsten Krankheit mit Diagnose „Demenz“ wird, wenn die persönliche Geschichte und Identität zu zerbrechen beginnt.

Denn:

ca. 2,4 Mio Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig

über 1,3 Mio Menschen sind an Demenz erkrankt

davon 120.000 Menschen mit Migrationshintergrund

Tendenz steigend.

In Interviews kommen die Gerontologin und Validationstrainerin Naomi Feil, zwei Gründer von transkulturell ausgerichteten ambulanten Pflegediensten (Frau Katz /PSH und Herr Achundsada /mhp) und Verantwortliche aus stationären Pflegeeinrichtungen (Frau Schaumann/Wohngruppen Am Heimbach) und Frau Krug/Wohnstift am Weinberg) sowie Angehörige als Experten zu Wort.

Der Film wendet sich an Menschen aller Generationen und Kulturen. Die Reise in eine Welt mit Demenz hat längst begonnen…

Projektbeschreibung:

Der Film ist ein Projekt der Modellregion Integration Kassel, die das intergenerative Medienprojekt des DIALOG-Schulvereins „Sag mir, wer ich bin…, sag mir, wer ich war…“ (2010-2013) ermöglicht hat.

Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Klassen (Fachoberschule, Altenpflege und Altenpflegehilfe) wurden medienpädagogisch durch einen Medienpädagogen und Studenten der Universität Kassel, der Filmemacherin Antonia Kilian und dem Filmemacher Davit Gugushvili geschult. Sie wurden in Interviewtechniken geschult und setzten in Vorbereitung für den Dokumentarfilm unter Anleitung Filmprojekte um (“Sag mir, wie ich bin…” (Kurzfilme), “Kulturelle Vielfalt in Kassel” (Reportage), “Lebensgeschichten – Geschichten aus dem Leben” (Reportage), “Erinnerungen” (Kurzfilme) “Von Erinnerungen und Anfängen…” (Reportage zur Ausstellung “Achtsamkeit” mit Lesung von Strafgefangenen der Forensik in der Kirche in ISTHA zur 888-Jahr-Feier). Im Unterricht wurde sich intensiv mit dem Thema Demenz und Migration und kultursensibler Pflege auseinander gesetzt, Recherchen vor Ort in Kassel vorgenommen, der Kongress in der Stadthalle Baunatal zur Validation mit Naomi Feil (USA) besucht. Es wurde Kontakt zu Betrieben aufgenommen, in Betreuungsgruppen mit an Demenz erkrankten Menschen über längere Zeit hospitiert und eine Vertrauensbasis für den Filmdreh aufgebaut und Genehmigungen eingeholt. Über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten wurden alte an Demenz erkrankte Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte gefilmt. Filmisch begleitet wurden alte an Demenz erkrankte Menschen im Alten- und Pflegeheim “Am Weinberg”, in den “Wohngruppen Am Heimbach” und ein über 100 Jahre alter Mannaus Afghanistan, eine über 80-jährige muslimische Frau aus der Türkei und eine über 80-jährige jüdische Frau aus Litauen, die zu Hause leben und vonambulanten Pflegediensten betreut und begleitet werden.

In der Vorbereitungsphase des Demenzfilms wurde mit der Technik des Offenen Kanals Kassel gearbeitet, was sich allerdings als problematisch herausstellte, da sie oft nicht ausleihbar war, wenn wir in die Demenzgruppen in den stationären Einrichtungen oder zu den Demenzerkrankten nach Hause für Filmaufnahmen geladen wurden.

An der Umsetzung waren Schülerinnen und Schüler der Altenpflege aus den KursenV11, V12, V13 und APH 13 beteiligt. Die Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund war eine sehr wichtige Ressource, die die Filmaufnahmen mit der russisch sprechenden jüdischen und auch türkischen Migrantin und dem afghanischen Migranten und deren Begleitung erst ermöglicht haben. Diese Ressourcen standen auch bei den Übersetzungsarbeiten zur Verfügung.

Die Postproduktion wurde von Herrn Gugushvili ausgeführt.

Der Film wird ab 2. Halbjahr 2013 in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegekräften gezeigt werden sowie bei Anfrage in Pflegeeinrichtungen, auf Interkulturellen Wochen und diversen Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Altern, Demenz und Migration beschäftigen.


 

Wenn die Welt langsam verschwindet…

Schlüssel oder Brille verlegt, Geburtstage oder Namen vergessen – jeder hat es schon einmal erlebt. Doch wie sieht die Zukunft aus, wenn die Vergesslichkeit täglich vorhanden ist und zu einer ernsten Krankheit mit Diagnose „Demenz“ wird, wenn die persönliche Geschichte und Identität zu zerbrechen beginnt?

ca. 2,4 Mio Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig

über 1,3 Mio Menschen sind an Demenz erkrankt

davon 120.000 Menschen mit Migrationshintergrund

Tendenz steigend.

Leben bedeutet Veränderung

Zeit hinterlässt Spuren

Alter erzählt Geschichten

(Autor unbekannt)

Migration bedeutet

Verlassen der Heimat und des Geburtslandes

Reisen auf der Suche nach einer neuen Heimat

Fremdsein in einer anderen Welt

Altern – ein Hin- und Hergerissensein zwischen Kulturen, Identitäten und Einsamkeit

Altern und an Demenz erkranken – eine Reise in eine Welt, die Welt langsam verschwindet

Kultursensible Pflege von Menschen mit Demenz bedeutet

Würdevolle und Respektvolle Pflege von Menschen entsprechend ihrer Werte, kulturellen und religiösen Bedürfnisse und Prägungen

Kultursensible Pflege braucht

Männer und Frauen mit Migrationshintergrund

Kultursensible junge Menschen wie Dich!

Alter hat Zukunft!

Demenz hat Zukunft!

Kultursensible Pflege hat Zukunft!

Die gemeinsame Reise hat begonnen…


2013-07-29_HNA_Projekte_Modellregion_Kassel

Artikel in der HNA (29.07.2013) zu unserem Projekt

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